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Die Geschichte des Vereins
Der Paidaia e.V. hat insbesondere in dem erfolgreichen Praxisprojekt âNeue Wegeâ seinen Ursprung und wurde an der Ruhr-UniversitĂ€t Bochum durch einen Zusammenschluss von verschiedenen Personen aus den Bereichen der Philosophie, des Sports, der PĂ€dagogik, der Rechtswissenschaften und der Wirtschaft gegrĂŒndet.Â
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Das Projekt âNeue Wegeâ hatte ein groĂes mediales und fachliches Echo erzeugt. Im Jahr 2009 hatte die Reporterin Jeannette Otto von der Zeitung âDIE ZEITâ das Projekt „Neue Wege“ vor Ort in Wuppertal besucht und sich selbst einen Eindruck gemacht. Ăber Ibrahim Ismail schrieb sie: â(âŠ) Ibrahim Ismail. Die Sozialarbeit hat er revolutioniert und erzielt damit bewegende Erfolge.â
Ibrahim Ismail hielt einen Vortrag zum Thema âIntegration von (langzeit-) arbeitslosen Jugendlichen und jungen Erwachsenen in den Arbeitsmarktâ vor Bundeskanzlerin Angela Merkel. Diese Ă€uĂerte im Anschluss zum „Neue Wege“ Projekt: âIch habe die Zeit vergessen, das war so spannendâ.Â
Kernaufgabe des Projektes âNeue Wegeâ war es, dass Jugendliche selbst ihren Stadtteil verĂ€ndern. Ibrahim Ismail starte mit acht jugendlichen Leadern, die selbst dominant und in der Regel als bildungsbenachteiligt galten, das Projekt âNeue Wegeâ. Durch die Jugendlichen selbst hatte sich, laut Polizeiangaben, der Stadtteil merklich beruhigt. SpĂ€ter erreichten die jugendlichen Leader alle samt das Abitur. DarĂŒber hinaus lösten die Leader positive Modelleffekte auf weitere Jugendliche aus. Im Jahr 2010 feierten sie mit weiteren Freunden (21 Jugendliche) bei einem groĂen Paidaia-Fest das erlangte Abitur. Die Bezirksbeamten der Polizei aus dem Stadtteil Wuppertal Vohwinkel sind aufgrund der ĂŒberzeugenden Erfolge beim Paidaia e.V. Mitglied geworden. Die jugendlichen Leader sind nach ihrem Statteilerfolg in einen weiteren Stadtteil gegangen und haben dort erfolgreich die Arbeit aufgenommen.
Im Jahr 2012 hatte der Kreis Coesfeld den Paidaia e.V. um UnterstĂŒtzung bei der BewĂ€ltigung einer Krise mit 14 IntensivtĂ€tern gebeten. Im Rahmen des âSinn“ Projektes in Ascheberg wurde ein Jahr lang mit den Jugendlichen gearbeitet. Die Coaches bzw. Betreuer waren zu einem groĂen Teil ehemalige Jugendliche aus dem âNeue Wegeâ Projekt und zu dem Zeitpunkt selbst 21-22 Jahre alt. Das „Sinn“ Projekt ist nachhaltig erfolgreich geblieben und hatte ebenfalls ein groĂes mediales und fachliches Echo. Auch die Zeitschrift âDIE ZEITâ ist vor Ort gewesen und berichtete ĂŒber das „Sinn“ Projekt.
In der Schweiz wurde Ibrahim Ismail bei einem Vortrag gefragt, welchen pĂ€dagogischen Hintergrund es hatte, dass er eine GruppengröĂe von acht Jugendlichen auswĂ€hlte. Er antwortete daraufhin: âKeinen. Ich habe acht ausgewĂ€hlt, weil mein Fahrzeug (Bus) nur neun PlĂ€tze hatte und ich selbst der Neunte war.â
Mittlerweile sind Roman Jakob und Sven Paryla, ehemalige Jugendliche aus dem âNeue Wegeâ Projekt, im Vorstand des Paidaia e.V.. Sven Paryla ist zudem Standortleiter in Hamm und Roman Jakob leitet den Bereich der Hilfen zur Erziehung. Eugen Galle, ebenfalls aus der ersten Generation âNeue Wegeâ ist im Bereich Verwaltung und Kommunikation fĂŒr den Paidaia e.V. aktiv.Â
Mit dem Projekt âNeue Wegeâ begann die Geschichte des Paidaia e.V.. Ibrahim Ismail hatte die Jugendlichen von Anfang an ernst genommen und an ihre Kompetenzen geglaubt. Er hat bei ihnen die Sehnsucht gefördert, an der Welt aktiv teilzunehmen. FĂŒr ihn waren sie keine unfertigen Wesen, die durch ein Projekt an Etwas teilnahmen. Vielmehr eröffnete er ihnen einen neuen Weg innerhalb dessen sie zu Erkenntnissen gelangen konnten, die sie befĂ€higten zu Gestaltern in dieser Welt zu werden. Heute zeigt sich warum diese Haltung und Weitsicht wertvoll war und ist.Â
Prof. Schmidt-Millard hatte Ibrahim Ismail nach einem Vortrag ĂŒber seine Arbeitsweisen mit den Worten bezeichnet: âDu bist Makarenkoâ. Damals kannte Ibrahim Ismail die pĂ€dagogischen Schriften von Makarenko noch nicht. Als er sie las, erkannte er in seiner PĂ€dagogik sogleich zahlreiche Parallelen zu Makarenkos PĂ€dagogik und dies obwohl zwischen beiden mehr als ein ganzes Jahrhundert lag.
Die Diplomarbeit von Ibrahim Ismail , die unter Anderem das Projekt „Neue Wege“ nĂ€her beleuchtete, wurde von Prof. Schmidt-Millard begleitet und bewertet.
Ins Bewerbungsverfahren eingereicht durch Herrn Prof. Schmidt-Millard, gewann Ibrahim Ismail fĂŒr seine Diplomarbeit den UniversitĂ€tspreis fĂŒr exzellente Studienleistungen der Ruhr-UniversitĂ€t Bochum und des Rotary Club Bochum Hellwig.
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Im Jahr 2009 wurde der mittlerweile akkreditierte âBildungsorientierten Förderansatzâ entwickelt. Dieser bildet den geistigen und pĂ€dagogischen Ăberbau unserer heutigen Arbeit und wurde aus dem Handlungskonzept „Neue Wege“ weiterentwickelt.Â
Die Wirkungsweise und Nachhaltigkeit dieses Ansatzes werden neben dem medialen und wissenschaftlichen Echo, dadurch deutlich, dass ehemalige Jugendliche aus dem Projekt âNeue Wegeâ sich im Paidaia Vorstand etablieren konnten und u.a. das Impuls Coaching-Zentrum in Hamm leiten.Â
Im Jahr 2009 wurde der Paidaia e.V. an der Ruhr-UniversitĂ€t Bochum gegrĂŒndet. Die GrĂŒndungsmitglieder sind:
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Die Vorstandmitglieder der ersten Generation:
1.   Vorstandsvorsitzender: Dipl. Sportwiss. Ibrahim Ismail
2.   Vorstandsvorsitzender: Dipl. Sportwiss. Kilian Kimmeskamp
3.   Vorstandsmitglied: Dipl. Sportwiss. Timo Sternemann (Schatzmeister)
4.   Vorstandsmitglied: Prof. Dr. Torsten Schmidt-Millard
Der Verein ist gemeinnĂŒtzig und freier TrĂ€ger der Jugendhilfe.
Der Verein in seinen TĂ€tigkeitsfeldern:
Die Mitglieder des Vereins verstehen sich in den verschiedenen Bereichen (Praxis, Forschung, Lehre und bildungspolitischer Auftrag) als Art Anwaltschaft fĂŒr Kinder, Jugendliche und Familien.
Die verschiedenen Bereiche des Paidaia e.V. greifen unterstĂŒtzend ineinander und stellen sowohl in der Praxis als auch in der Theorie nachweislich einen gesellschaftlichen Mehrwert dar. Die gewonnenen Erkenntnisse werden u.a. durch Publikationen (z.B. pĂ€dagogische Leitlinien), VortrĂ€ge und Workshops verfĂŒgbar gemacht.
Leitidee: Förderung durch Forderung
Sollte es ein Erfolgsgeheimnis bei unserer Projektarbeit geben, so ist es das, was sich schon Anton Semjonowitsch Makarenko Anfang des 20. Jahrhunderts als Prinzip seiner Arbeit zugrunde gelegt hatte:
âIch fordere, weil ich dich achte, und ich achte dich, weil ich dich fordere.â
âVon einem Menschen, den wir nicht achten, können wir nicht das Höchste verlangen. Wenn wir von einem Menschen viel fordern, besteht gerade darin unsere Achtung vor ihm [âŠ].â
Anton Semjonowitsch Makarenko